Zeitlehren
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Neuausschreibung Allgemeiner Förderbetrag 2018

 

Auch in diesem Jahr schreibt die Stiftung Zeitlehren den Allgemeinen Förderbetrag für Nachwuchswissen-schaftler*innen in Höhe von 2.500,- € aus.

Ausschlussfrist für den Eingang der Bewerbungen ist der 15. Mai 2018.

Beachten Sie bitte die Informationen zu den Fördervoraussetzungen nach unseren Vergaberichtlinien und zu den erforderlichen Bewerbungsunterlagen.

 

Aktuelles

Wir freuen uns, dass die Stiftung Zeitlehren folgende neu erschienenen Publikationen mit einem Druckkostenzuschuss unterstützen konnte:

Julia Noah Munier, "Sexualisierte Nazis - Erinnerungskulturelle Subjektivierungspraktiken in Deutungsmustern von Nationalsozialismus und italienischem Faschismus", transcript Verlag 2017

 

Sexualisierte Nazifiguren sind Teil eines fortwährend erweiterten kulturellen Bildrepertoires, das in (audio-) visuellen Repräsentationen von Nationalsozialismus und der Shoa zum Einsatz kommt. Julia Noah Munier verfolgt dieses in der Forschung bisher vernachlässigte Muster bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts zurück und zeigt, wie es nach 1945 bis heute immer wieder bedient wird.

Sie richtet die Aufmerksamkeit auf eine Verdichtung von ähnlich strukturierten Figuren über mediale Grenzen hinweg zu spezifischen Deutungsmustern. Im Fokus stehen die subjektivierenden Effekte dieser Darstellungsmuster, in denen Täter und Täterinnen des Naziregimes wie des italienischen Faschismus als ganz Andere, als deviant erscheinen. (Text: transcript Verlag)

 

Eine Besprechung der Publikation von Frau Munier durch die Journalistin Anna Prizkau vom 27.12.2017 finden Sie auf FAZ.net.

 

Katrin Hammerstein, "Gemeinsame Vergangenheit - getrennte Erinnerung? Der Nationalsozialismus in Gedächtnisdiskursen und Identitätskonstruktionen von Bundesrepublik Deutschland, DDR und Österreich", Wallstein Verlag 2017

 

Nach dem Ende der NS-Diktatur entstanden aus der Konkursmasse des »Dritten Reichs« drei Staaten, die sich sehr unterschiedlich zum gemeinsamen Erbe der NS-Vergangenheit positionierten: Österreich erklärte sich zum ersten Opfer des Nationalsozialismus, während die DDR sich auf den antifaschistischen Widerstands-kampf berief. Die Bundesrepublik wiederum übernahm zumindest offiziell die Verantwortung. Katrin Hammer-stein vergleicht erstmals umfassend die drei Nachfolge-staaten des »Großdeutschen Reichs« in ihrem Umgang mit der NS-Geschichte. Die Vergangenheitsaufar-beitungen von Bundesrepublik, DDR und Österreich werden direkt in Beziehung zueinander gesetzt. Im Zentrum stehen die öffentlichen Geschichtsbilder vom Nationalsozialismus und deren sich vor allem seit den 1980er Jahren vollziehende Transformation und allmähliche Angleichung aneinander bzw. an das westdeutsche Narrativ. Gezeigt wird: Die gemeinsame Vergangenheit des Nationalsozialismus wurde in Teilen auch zu einer gemeinsamen und transnational verflochtenen Erinnerung. (Text: Wallstein Verlag)

Henning Fischer, " Überlebende als Akteurinnen - Die Frauen der Lagergemeinschaften Ravensbrück: Biografische Erfahrung und politisches Handeln, 1945 bis 1989", UVK Verlagsgesellschaft 2017

 

Henning Fischer stellt die Lebensgeschichten von kommunistischen deutschen Überlebenden des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück bei Berlin vor. Unmittelbar nach ihrer Befreiung und dem Ende des Na-

tionalsozialismus gründeten diese Frauen ihre Lagergemeinschaft als gemeinsamen sozialen und politischen Verband. Ausgehend von der biografischen Prägung der zentralen Protagonistinnen in der kommu-
nistischen Bewegung der Weimarer Republik wie im Widerstand gegen den Nationalsozialismus zeichnet diese Kollektivbiografie in Collageform die Themen-felder, politischen Absichten, Erfolge und Niederlagen der Lagergemeinschaften in DDR und BRD bis in die 1990er Jahre nach. So werden die Überlebenden als Akteurinnen ihres eigenen Lebens und der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts sichtbar. Für die Frauen der Lagergemeinschaften, das macht ihr Handeln in fünf Jahrzehnten nach1945 klar, stand die politische Gegenwart immer auch im Lichte der Ver-
gangenheit – im Lichte Ravensbrücks. (Text: UVK Verlagsgesellschaft)
 
 

 

Die Stiftung

Die Stiftung Zeitlehren möchte durch die Förderung von wissenschaftlichen Projekten verschiedener Fachbereiche sowie von Bildungsinitiativen einen Beitrag zum Austausch über Fragen der Entstehung und Ausprägungen antidemokratischer und menschenverachtender Ideologien leisten. Neben einem Bewusststein für die Wurzeln und Auswirkungen insbesondere des deutschen Nationalsozialismus im 20. Jahrhundert soll dabei auch unser heutiges Verständnis von Demokratie, Gleichberechtigung und kultureller Teilhabe in den Fokus gerückt werden. Die Stiftung Zeitlehren verfolgt diese Ziele durch eigene und durch die Unterstützung fremder Fördermaßnahmen und Projekte, die sich mit Aufklärung und Erinnern befassen oder die von Engagement für die mündige Gestaltung der gegenwärtigen Gesellschaft und die Zukunft der Demokratie getragen sind.

 

Kooperationspartner und Spenden

Wir freuen uns sehr über Kooperationspartner*innen, die unsere Arbeit begleiten möchten. Treten Sie gerne mit uns in Kontakt!

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Hier finden Sie eine Liste der von der Stiftung Zeitlehren geförderten Nachwuchswissenschaftler*innen.