Zeitlehren
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Aktuelles

Wir freuen uns, dass die Stiftung Zeitlehren folgende Publikation mit einem Druckkostenzuschuss unterstützen konnte:

 

Felix Bohr, "Die Kriegsverbrecherlobby. Bundesdeutsche Hilfe für im Ausland inhaftierte NS-Täter", Suhrkamp Verlag 2018

 

 

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg waren in zahlreichen westeuropäischen Ländern NS-Kriegs-verbrecher inhaftiert. Im Zuge der Westbindung der Bundesrepublik wurden die meisten von ihnen entlassen. Lediglich in Italien und den Niederlanden verblieben insgesamt fünf Deutsche im Gefängnis: der SS-Mann Herbert Kappler, als Kommandeur der Sicherheitspolizei verantwortlich für das Massaker in den Ardeatinischen Höhlen, sowie die "Vier von Breda", die maßgeblich an der Ermordung der niederländischen Juden beteiligt gewesen waren. Hochrangige deutsche Politiker, unter ihnen die Bundeskanzler Brandt und Schmidt, setzten sich für ihre Freilassung ein.

 

Felix Bohr zeichnet das westdeutsche Engagement für die im Ausland inhaftierten NS-Täter nach. Er zeigt, wie sich aus Netzwerken von Kirchenverbänden, Veteranenvereinigungen und Diplomaten eine einflussreiche Interessenvertretung formierte, die rechtliche und materielle Hilfe leistete. Während Opfer des NS-Regimes um gesellschaftliche Anerkennung und Entschädigung kämpften, organisierte die Lobby Unterstützung für die Kriegsverbrecher auf höchster politischer Ebene. Auf der Grundlage bislang mitunter nicht zugänglicher Quellen wirft Bohr einen umfassenden Blick auf ein bisher kaum bekanntes Kapitel bundesdeutscher Vergangenheitspolitik.

 

(Text: Suhrkamp Verlag)

 

Rezension von Knud von Harbou in der Süddeutschen Zeitung vom 8. Oktober 2018

 

 

Die Stiftung

Die Stiftung Zeitlehren möchte durch die Förderung von wissenschaftlichen Projekten verschiedener Fachbereiche sowie von Bildungsinitiativen einen Beitrag zum Austausch über Fragen der Entstehung und Ausprägungen antidemokratischer und menschenverachtender Ideologien leisten. Neben einem Bewusststein für die Wurzeln und Auswirkungen insbesondere des deutschen Nationalsozialismus im 20. Jahrhundert soll dabei auch unser heutiges Verständnis von Demokratie, Gleichberechtigung und kultureller Teilhabe in den Fokus gerückt werden. Die Stiftung Zeitlehren verfolgt diese Ziele durch eigene Fördermaßnahmen und durch die Unterstützung von Nachwuchswissenschaftler*innen, deren Projekte sich mit Aufklärung und Erinnern befassen und/oder von Engagement für die mündige Gestaltung der gegenwärtigen Gesellschaft und die Zukunft der Demokratie getragen sind.

 

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