Zeitlehren
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Aktuelles

Wir freuen uns, dass die Stiftung Zeitlehren folgende neu erschienene Publikation mit einem Druckkostenzuschuss unterstützen konnte:

 

Christina Isabel Brüning, "Holocaust Education in der heterogenen Gesellschaft. Eine Studie zum Einsatz videographierter Zeugnisse von Über-lebenden der nationalsozialistischen Genozide im Unterricht", Wochenschau Wissenschaft 2018

 

 

Dem erinnerungskulturellen Umgang mit dem Holo-caust steht ein tiefgreifender Wandel bevor: Wenn die letzten Überlebenden in den nächsten Jahren sterben, geht die Erinnerung vom kommunikativen in das kulturelle Gedächtnis über. Zugleich wird die sich erinnernde Gesellschaft immer heterogener, und die Schüler_innen gehören inzwischen vollständig zur Generation der digital natives. Online-Archive mit videographierten Interviews bieten angesichts dieser Entwicklungen scheinbar eine Zukunftsperspektive für den Unterricht.

Die didaktischen Herausforderungen, die der Einsatz von videographierten Zeitzeug_inneninterviews aufwirft, sind dabei vielfältig. Die vorliegende Studie ist die erste im Bereich der historisch-politischen Bildung, die empirisch abgesicherte Befunde zu den relevanten Fragen liefert: Kann die in der Theoriebildung zu digitalisierten Zeugnissen behauptete 'Begegnung' mit den Überlebenden auf dem Bidlschirm tatsächlich festgestellt werden? Sind die in der Theorie benannten 'Immersionseffekte' der Interviews für die unterrichtliche Praxis nutzbar zu machen? Welche 'eigen-sinnigen Sinnbildungen' nehmen Lernende in der Arbeit mit den lebensgeschichtlichen Narrativen vor?Wo verlaufen die Grenzen des Mediums gerade auch im Blick auf leistungsschwächere Schüler_innen an Sekundarschulen? Wie müsste Unterricht in der Zukunft anders gedacht und gestaltet werden, um eine inklusivere Holocaust Education ohne (rassistische) Ausgrenzungen zu ermöglichen?

(Text: Wochenschau Wissenschaft)

 

Die Stiftung

Die Stiftung Zeitlehren möchte durch die Förderung von wissenschaftlichen Projekten verschiedener Fachbereiche sowie von Bildungsinitiativen einen Beitrag zum Austausch über Fragen der Entstehung und Ausprägungen antidemokratischer und menschenverachtender Ideologien leisten. Neben einem Bewusststein für die Wurzeln und Auswirkungen insbesondere des deutschen Nationalsozialismus im 20. Jahrhundert soll dabei auch unser heutiges Verständnis von Demokratie, Gleichberechtigung und kultureller Teilhabe in den Fokus gerückt werden. Die Stiftung Zeitlehren verfolgt diese Ziele durch eigene und durch die Unterstützung fremder Fördermaßnahmen und Projekte, die sich mit Aufklärung und Erinnern befassen oder die von Engagement für die mündige Gestaltung der gegenwärtigen Gesellschaft und die Zukunft der Demokratie getragen sind.

 

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