Zeitlehren
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Aktuelles

Wir freuen uns, dass die Stiftung Zeitlehren folgende Publikationen mit einem Druckkostenzuschuss unterstützen konnte:

 

Dana Ionescu, "Judenbilder in der deutschen Beschneidungskontroverse", Nomos 2018

 

 

In Deutschland entspannt sich 2012 eine vehement geführte Kontroverse um kulturell-religiöse Vorhautbeschneidungen von männlichen Säuglingen und Jungen. Obwohl diese Kontroverse eine enorme Wirkung auf Jüdinnen/Juden hatte, blieb sie von der deutschsprachigen Antisemitismusforschung weitestgehend unbeachtet. Die Studie nimmt die Argumentationen der BeschneidungsgegnerInnen in den Blick und rekonstruiert die enthaltenen Judenbilder sowie deren Verhältnis zu antisemitischen Motiven. Die empirische Analyse basiert auf einem umfassenden Textkorpus, der sich aus medizinischen, psychoanalytischen und rechtswissenschaftlichen Publikationen sowie Artikeln aus Tageszeitungen, Online-Kommentaren und narrativen themenzentrierten Interviews mit BeschneidungsgegnerInnen zusammensetzt. Indem das Verhältnis von Antisemitismus und der Ablehnung von kulturell-religiösen Vorhautbeschneidungen präzise herausgearbeitet wird, lassen sich Facetten der Kontroverse als Ausprägungen eines gegenwärtigen Antisemitismus verstehen.

(Text: Nomos Verlag)

 

 

Matthias J. Becker, "Analogien der 'Vergangenheitsbewältigung'", Nomos 2018

 

 

Dieser Band beschäftigt sich mit der Frage, wie israelbezogener Antisemitismus im Online-Kommentarbereich von Qualitätsmedien sprachlich vermittelt wird. Hierfür wurde eine korpuslinguistische Analyse von mehr als 6.000 Leserkommentaren auf den Webseiten der linksliberalen Zeitungen "Die Zeit" und "The Guardian" vorgenommen. Der Fokus lag auf der sprachlichen Beschaffenheit jener Äußerungen, mit welchen Israel einerseits mit NS-Deutschland, andererseits mit Großbritannien während der Ära des Kolonialismus verglichen wird, und welche kommunikativen Funktionen diese Vergleiche innerhalb beider Diskurse potenziell erfüllen. Aus der Neubewertung historischer Szenarien, die eine Identifikation mit der nationalen Wir-Gruppe erschweren, kann kollektive Entlastung folgen. Diese Phänomene sind vor dem Hintergrund erkennbarer Rationalisierungstendenzen (nicht nur) in Großbritannien und Deutschland einzuordnen, die auch vor den hier untersuchten milieuspezifischen Diskursen nicht Halt zu machen scheinen.

(Text: Nomos Verlag)

 

 

Die Stiftung

Die Stiftung Zeitlehren möchte durch die Förderung von wissenschaftlichen Projekten verschiedener Fachbereiche sowie von Bildungsinitiativen einen Beitrag zum Austausch über Fragen der Entstehung und Ausprägungen antidemokratischer und menschenverachtender Ideologien leisten. Neben einem Bewusststein für die Wurzeln und Auswirkungen insbesondere des deutschen Nationalsozialismus im 20. Jahrhundert soll dabei auch unser heutiges Verständnis von Demokratie, Gleichberechtigung und kultureller Teilhabe in den Fokus gerückt werden. Die Stiftung Zeitlehren verfolgt diese Ziele durch eigene Fördermaßnahmen und durch die Unterstützung von Nachwuchswissenschaftler*innen, deren Projekte sich mit Aufklärung und Erinnern befassen und/oder von Engagement für die mündige Gestaltung der gegenwärtigen Gesellschaft und die Zukunft der Demokratie getragen sind.

 

Kooperationen und Spenden

Wir freuen uns sehr über Kooperationspartner*innen, die unsere Arbeit begleiten möchten. Treten Sie gerne mit uns in Kontakt!

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Hier finden Sie eine Liste der von der Stiftung Zeitlehren geförderten Nachwuchswissenschaftler*innen.